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Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Geschichte des Reisepasses Ein Papier öffnet Grenzen Staatenlosigkeit Ohne Schutz und Rechte? Das Kalenderblatt 6.2.1595 Walter Raleigh besteht auf Legende vom Eldorado-Gold Von Prisca Straub . Die Geschichte des Reisepasses - Ein Papier öffnet Grenzen Autorin: Isabel Röder / Regie: Susi Weichselbaumer Den Reisepass brauchen wir heute für eine Reise in die USA, nach Russland oder China. Aber auch vor 500 Jahren ging es nicht ohne Dokumente, als Martin Luther 1521 von Wittenberg zum Reichstag nach Worms reiste. Was heute ein Hochsicherheitsdokument ist, war im Mittelalter der Geleitbrief. Ausgestellt wurde er von Fürsten, Herzogen und Königen, die den Reisenden damit unter ihren Schutz stellten. Aus einem individuellen Schreiben wurde über die Jahrhunderte ein maschinenlesbares Dokument, das weltweit einheitlichen Standards folgt. Seit dem Mittelalter unverändert ist hingegen die Funktion der Reisedokumente: Sie sollen die Identität ihres Inhabers beweisen und die Erlaubnis zur Reise belegen. Zum Ausdruck kommt darin der tiefe Wunsch von Machthabern und Staaten, die Bewegung der Menschen zu kontrollieren. Durch ausgebaute Grenzanlagen, elektronische Datenbanken und biometrische Fotos ist dies heute so umfassend wie noch nie möglich. Die Welt zu bereisen ist damit für viele Menschen weltweit nahezu unmöglich. Denn ein schwacher Reisepass erlaubt nur die Einreise in wenige Dutzend Staaten. Ein starker Pass, wie der aus Japan, Singapur und Deutschland, öffnet hingegen die Türen zu über 180 Ländern auf der ganzen Welt. Staatenlosigkeit - ohne Schutz und Rechte? Autor: Linus Lüring / Regie: Irene Schuck Die meisten von uns haben sie bekommen, ohne darüber wirklich nachzudenken: eine Staatsangehörigkeit. Geburtsurkunde, Ausweis oder auch das Wahlrecht - all das kommt damit automatisch. Aber Millionen Menschen weltweit kennen diese Selbstverständlichkeiten nicht. Sie haben keine Staatsangehörigkeit, sie leben staatenlos. Die einen werden staatenlos geboren, etwa weil schon die Eltern in diesem Zustand leben. Andere verlieren ihre Staatsangehörigkeit. Oft steckt Diskriminierung dahinter. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde das Problem international drängend. Mehrere Übereinkommen sollten Staatenlose mehr Rechte geben und auch dafür sorgen, dass das Problem beseitigt wird. Aber Staaten zögern bei der Umsetzung. Gleichzeitig hängen manche der Idee nach, dass Staatenlosigkeit ein idealer Zustand sein könnte. Ein Leben ohne nationalstaatliche Fesseln wird zum Traum erklärt. Wer wirklich ohne Staatsangehörigkeit leben muss, den machen solche Vorstellungen fassungslos. Inzwischen vernetzen sich Staatenlose immer mehr um über ihre Situation aufzuklären und für mehr Unterstützung zu werben. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Achim Schmitz-Forte Feature: Abgedreht - Menschen ohne Strom; Redezeit mit Stephan Konrad, Thema: Erbstreitigkeiten und Mediation; Gedicht: Erhebung der Kerbtiere von Markus Breidenich zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Zwangsarbeiter Die vergessenen Kriegsopfer. Beispiel Neuaubing Die UNRRA Hilfe für Entwurzelte Das Kalenderblatt 6.2.1595 Walter Raleigh besteht auf Legende vom Eldorado-Gold Von Prisca Straub . Zwangsarbeiter - die vergessenen Kriegsopfer. Beispiel Neuaubing Autorin: Katharina Hübel / Regie: Anja Scheifinger Es ist ein ziemlich einzigartiges historisches Dokument, das durch Zufall und Umwege ins NS-Dokumentationszentrum München gekommen ist: Das Tagebuch von Jan Bazuin. Es ist Herbst 1944 und mitten im Zweiten Weltkrieg, als der Neunzehnjährige zu schreiben beginnt. Aus seiner Heimatstadt Rotterdam wird Jan Bazuin von den deutschen Besatzern in eiskalten und überfüllten Güterwaggons nach München verschleppt. Zum Arbeitseinsatz im Deutschen Reich. Dort muss die Rüstungsindustrie angekurbelt und die Wirtschaft am Laufen gehalten werden. So wohnt der Holländer Jan Bazuin die nächsten Monate im Zwangsarbeiterlager Neuaubing, gemeinsam mit anderen Verschleppten: mit Menschen aus der damaligen Sowjetunion, von den Nationalsozialisten als so genannte Ost-Arbeiter diffamiert, mit Franzosen und italienischen Militärinternierten, die als Verräter galten. Allein in München gab es zur damaligen Zeit rund 400 Zwangsarbeiterlager, in ganz Deutschland 30.000. So viele wie heute Supermarktfilialen. Damit war Zwangsarbeit ein alltägliches Phänomen, mitten in der Gesellschaft und jeder Deutsche konnte davon profitieren. Doch als Kriegsopfer sind die Zwangsarbeiter lange weder politisch noch juristisch anerkannt worden. Sie selbst haben oft lieber geschwiegen und auch die Gesellschaft hat systematisch weggeschaut. Im ehemaligen Zwangsarbeiterlager Neuaubing entsteht jetzt ein Erinnerungsort, um ihre Geschichte aus dem Vergessen zu heben. Die UNRRA - Hilfe für Entwurzelte Autorin: Julia Devlin / Regie: Sabine Kienhöfer Flüchtlingsleid ist kein neues Phänomen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Deutschland schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen entwurzelter Menschen, sogenannte Displaced Persons. Die meisten von ihnen waren Opfer des nationalsozialistischen Regimes: Insassen von Konzentrationslagern, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene. Um diese Menschen zu befreien und ihnen die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen, wurde im Jahr 1943 die UNRRA gegründet, die United Nations Relief and Rehabilitation Administration. Mit militärischer Effizienz, aber auch mit großem humanitärem Bewusstsein wurde diese Hilfsorganisation im befreiten Deutschland aktiv. Sie richtete ein Netzwerk von Camps ein, in denen die Menschen versorgt wurden. Dabei ging es nicht nur um ein Dach über dem Kopf, Kleidung und genügend Kalorienzufuhr, sondern auch um Bildung, um Religion, um sportliche und kulturelle Aktivitäten. Sogar eine internationale Universität hat die UNRRA einst betrieben - eine idealistische, aber kurzlebige Einrichtung. Erstsendung 18. Februar 2019 Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Zehn Jahre Staatsfeind Nr. 1 Was haben die Veröffentlichungen des Whistleblowers Edward Snowden gebracht? Von Anna Loll Vor zehn Jahren informierte der Whistleblower Edward Snowden die Welt über Programme zur globalen Komplettüberwachung des US-amerikanischen Nachrichtendienstes National Security Agency (NSA) und seiner Verbündeten, der Geheimdienste Großbritanniens, Kanadas, Australiens und Neuseelands. Die "Snwoden Files" lösten 2013 weltweit eine Welle der Empörung aus, auch in Deutschland. Angela Merkel musste erfahren, dass die NSA ihr Handy abhörte, der Bundestag setzte einen NSA-Untersuchungsausschuss ein, deutsche Politikerinnen und Politiker forderten Asyl für Snowden, der nach Russland floh. Zehn Jahre später ist Edward Snowden immer noch dort, mit Frau und Kindern, aber international zunehmend isoliert. Auf sozialen Medien wird er für fehlende Kritik an Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine angegangen, Asyl-Forderungen für ihn sind in Deutschland weitgehend verstummt und Geheimdienste hören uns nach wie vor großflächig ab. War also alles umsonst? Das Feature von Anna Loll blickt zurück auf die spektakulären Enthüllungen von 2013, die Flucht des US-Amerikaners und auf die Situation heute und fragt: Was haben die Veröffentlichungen von Edward Snowden gebracht?

Montag 20:33 Uhr NDR Info

NDR Info Hintergrund

Reportagen und Features mit Hintergrundinformationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Montag 21:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Falsche Erinnerung?

False Memory beschreibt sexuelle Gewalterfahrungen, hinter denen kein reales Erleben steht, sondern ein durch Therapie suggeriertes Erinnern. Ein deutscher Verein lobbyiert dafür. Doch spielt das nicht den Tätern in die Hände?

Sonntag Dienstag